OberammergauMuseum
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Ein Dorf spielt die Erlösung - Die Geschichte der Oberammergauer Passion 1634 - 2010, Dauerausstellung seit 28.03.2010

Die Passionsspieltradition in Oberammergau wurde nach örtlicher Überlieferung 1633 durch ein Gelübde der „Gemeinds-Leuthe Sechs und Zwölf“, „die Passions-Tragödie“ alle zehn Jahre zu halten“, begründet. Die verheerende Pestepidemie, die den Ort während des Schwedeneinfalls in Bayern heimgesucht hatte, kam daraufhin zum Stillstand und 1634 erfüllten die Oberammergauer zum ersten Mal das Gelübde. Seit dem 19. Jahrhundert wurden die Oberammergauer Passionsspiele weltweit bekannt.
Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Oberammergauer Passionsspiele seit dem 17. Jahrhundert bis heute. Neben der Textentwicklung - eine Abschrift von 1662 stellt die älteste Fassung des Oberammergauer Textes dar –den verschiedenen Musikbearbeitungen, verdeutlicht durch Musikeinspielungen,  werden die Bühnen-, Kostüm- und Requisitengeschichte durch selten zu sehende historische Exponate dargestellt. Die Aufführungsgeschichte der Passionsspiele ist ebenso durch Krisen gekennzeichnet wie durch den stetigen Mut, die Passion trotz aller staatlichen Verbote, Kriege und politischen und gesellschaftlichen Veränderungen zu spielen und dabei auch immer wieder einen jeweils zeitgemäßen Neubeginn zu wagen.
„Die Passion lebt nur, weil die Mitwirkenden sie durch die eigene Person zum Leben erwecken.“(Otto Huber) Der Fokus dieser Ausstellung liegt auf den Menschen. Auf den Dorfbewohnern, die sich seit Generationen mit dem Auftrag aus dem Evangelium „tut dies zu meinem Gedächtnis“ identifizieren und als Darsteller, Musiker, Spielleiter, Bühnenarbeiter uvm. zusammen mit den Besuchern aus aller Welt das Dorf Oberammergau zu einem ökumenischen Ort der Begegnung machen.

Die Erzdiözese München Freising stellt für die Ausstellung eine Nachbildung der Pestmatrikel zur Verfügung: Das Sterbebuch der Pfarrei Oberammergau für die Jahre 1621 bis 1660, die so genannte Pestmatrikel, ist die einzige erhaltene Quelle, die über die Ursprünge der Passionsspiele Auskunft gibt.
Die Führung von Pfarrmatrikeln beruhen auf einer Anordnung des Konzils von Trient (1545-1563). Der Pfarrer trug darin alle Taufen, Trauungen und Begräbnisse in seiner Pfarrei ein. Seit Errichtung der staatlichen Standesämter im Jahr 1876 dienen die Matrikeln – bis heute – als rein kirchliche Amtsbücher. Seit 1980 werden alle vor 1876 begonnenen Pfarrbücher aus der Erzdiözese München und Freising im Archiv des Erzbistums zentralisiert. Die Pestmatrikel von Oberammergau stellt wegen ihrer historischen Bedeutung eine besondere Kostbarkeit dar. Das Archiv des Erzbistums ließ sie deshalb fachgerecht restaurieren und eine originalgetreue Nachbildung herstellen. Dieses Faksimile wird als „Gründungsurkunde“ der Oberammergauer Passionsspiele gezeigt.

Zur Krippe her kommet...1.12.2012 - 6.1.2013

Die Gemeinde Oberammergau konnte 2012 eine äußerst seltene Oberammergauer Krippe aus Privatbesitz erwerben. Die anmutigen, farbig gefassten Figuren geben einen guten Einblick in die Produktionspalette der Krippenfiguren und Szenen des frühen 19. Jahrhunderts. Von traditionellen Bergleuten über die Zimmermannswerkstatt des Hl. Joseph bis zur Geburt Christi - die Szenen und Figuren dieser Krippe sind eine wunderbare Einstimmung in die Weihnachtszeit.

Das Oberammergau Museum beteiligt sich mit seinen Schaufenstern am traditionellen Krippenweg des St. Lukas Vereins. Die Ausstellung des St. Lukas Vereins im Pilatushaus widmet sich weihnachtlichen Themen.

Den Flyer des Krippenweges erhalten Sie hier zum download

Hans Schwaighofer (1920-2000) - Gestalter und Erneuerer 31.3. - 4.11.2012

Hans Schwaighofer hat ein imponierendes Lebenswerk hinterlassen. Es umfasst über fünfzig Jahre. Er war mit gleicher schöpferischer Kraft Bildhauer, Lehrer und Theatermann und hat damit die Kultur Oberammergaus und weit darüber hinaus geprägt.

Von 1933 bis 1937 besuchte er die Oberammergauer Schnitzschule und arbeitete danach in der Schnitzerwerkstatt  Schauer im Dorf. Nach Krieg und Gefangenschaft in Ägypten kehrte er nach Deutschland zurück und studierte an der Münchner Akademie der Bildenden Künste bei Prof. Josef Henselmann Bildhauerei. Seit 1948 war er Lehrer an der Oberammergauer Schnitzschule und von 1966 bis 1984 deren Direktor.

Er war seit dem Studium in München Mitglied der Secession und zeigte seine Arbeiten regelmäßig im Haus der Kunst. Aufsehen erregte Schwaighofer dort 1959 mit einer lebensgroßen, in Holz gearbeiteten Kreuzabnahme, die ein markantes Beispiel für sein Frühwerk ist.  Die farbig gefasste Gruppe zitiert mit ihrer Farbigkeit, der drastischen Gestik und Mimik einerseits die Tradition der Bayerischen Volkskunst, gleichzeitig verweist der Figurenaufbau auf die Formensprache der Romantik und Frühgotik. Mit diesen Stilelementen entwickelte Schwaighofer einen sehr persönlichen, expressiv realistischen Stil.

Seit Ende der 1980er der Jahre arbeitete er vorwiegend in Bronze. Dabei blieb er seiner individuellen Formensprache, die sich nie an den zeitgemäßen Kunstkonventionen und an den aktuellen Markttendenzen orientierte, treu.

Einen großen Teil seiner künstlerischen Schaffenskraft widmete er dem  Theater. Seit den 1960er Jahren engagierte er sich leidenschaftlich für eine Erneuerung der Passionsspiele.

Carl Orff hatte auf die "passio nova" des Ettaler Benediktinerpaters Ferdinand Rosner hingewiesen und eine bühnenmäßige Erprobung des Spiels aus dem Jahr 1750 vorgeschlagen. In jahrelanger akribischer Vorarbeit erarbeitete Hans Schwaighofer mit Skizzen, Lithographien, allegorischen Masken und  Kostümen sowie Bühnenmodellen die zunächst vom Gemeinderat genehmigte "Rosner-Probe". Als diese Entscheidung 1968 zurückgenommen wurde, verfolgte er den Erneuerungsversuch in Eigeninitiative weiter. 1977 wurde dann doch seitens der Gemeinde die Aufführung der “Rosner-Probe” genehmigt, danach ihre Übernahme als neues Passionsspiel  trotz positiver überregionaler Kritik jedoch abgelehnt.

Die Ausstellung im Oberammergau Museum zeigt die Vielfalt der Themen, Formen und Materialien mit und in denen Hans Schwaighofer gearbeitet hat.

Von den frühen Aquarellen und Zeichnungen aus der Gefangenschaft in Ägypten, über Radierungen und Zeichnungen zur "Rosner-Probe", seine Skulpturen in Holz und Bronze, bis hin zu den großen monumentalen Werken für den öffentlichen oder kirchlichen Raum - Hans Schwaighofers  Lebenswerk steht auf einer breiten künstlerischen Basis, weltläufig und heimatbezogen zugleich und immer zeitlos.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der direkt im Museum oder über museum@oberammergau.de erworben werden kann.

Hier können Sie den Flyer zur Ausstellung downloaden

 

Internationaler Museumstag und Nacht der Museen

Für den diesjährigen 35. Internationalen Museumstag am 20.05.2012 unter Schirmherrschaft unseres Ministerpräsidenten Horst Seehofer hat ICOM (International Council of Museums) das Motto "Welt im Wandel - Museen im Wandel" gewählt.

Den Auftakt der Veranstaltung bildet am Vorabend, also am 19.05.2012, die "Nacht der Museen".

Das Oberammergau Museum ist deshalb am 19.05.2012 zusätzlich zu den bekannten Öffnungszeiten von 10 bis 17 Uhr auch von 20 bis 23 Uhr geöffnet und bietet seinen Gästen interessante Filme zur aktuellen Ausstellung "Hans Schwaighofer".

Eine weitere Vergünstigung ist an beiden Tagen (19./20.05.2012) der ermäßigte Eintritt von 2,-€ pro Person/Tag.

 
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