Oberammergau Museum, Schnitzerstube

18. und 19. Jahrhundert

Oberammergau Museum
Blick ins Ensemble, 1. Stock

Guido Lang (1856–1921), der Besitzer des bedeutendsten Oberammergauer Schnitzwarenhandels ließ in den Jahren 1904 bis 1910 das "Verleger Langsche kunst- und kulturgeschichtliche Oberammergauer Museum" für die Präsentation von Oberammergauer Schnitzereien und Hinterglasbildern errichten. Er beauftragte den Münchner Architekten Franz Zell das Gebäude wie auch die Inneneinrichtung und die Präsentation der Sammlung zu planen und umzusetzen.

Die neun Räume im ersten Obergeschoss zeigen weitgehend noch die originale Museumseinrichtung von 1910. Sozusagen „ein Museum im Museum“. Der Schwerpunkt liegt auf der Oberammergauer Holzschnitzerei. Im Moment sind fünf der Räume zugänglich.

Da im rauen Klima Oberammergaus seit jeher die Landwirtschaft nicht ertragreich genug war, um für alle Dorfbewohner den Lebensunterhalt zu sichern, musste man sehr früh andere Erwerbszweige erschließen. Der Holzreichtum, die Lage an der Fernhandelsstraße Venedig–Augsburg, die sowohl den Handel im Ort als auch den Export begünstigte, und die Nähe zur vielbesuchten Wallfahrtskirche des 1330 gegründeten Klosters Ettal, wo Kruzifixe und Andenken verkauft wurden, führten bereits im Spätmittelalter zu der herausragenden Rolle der Holzschnitzerei in Oberammergau. Der erste schriftliche Beleg stammt aus einem Reisebericht des Florentiners Francesco Vettori von 1508: „der Großteil der Bewohner (fertigte), um leben zu können, feinste Bildschnitzereien und Crucifixe oder auch in Nußschalen eingeschnitzte andere Bildnisse (...),die sie nach auswärts zum Verkauf forttrugen.“